Red Bull: Extreme Content Marketing

Red Bull betreibt in jeder Hinsicht Extreme Content Marketing. Das Setzen auf Inhalte ist genauso extrem, wie die Inhalte selbst extrem sind. 50 Millionen für den 30-km-Sprung von Felix Baumgartner, 200 Millionen für die dritte Weltmeisterschaft von Sebastian Vettel im Red Bull, insgesamt 600 Athleten der verschiedensten Extrem- und Fun-Sportarten unter Vertrag, außerdem eine Reihe von Red-Bull-Fußballmannschaften (in Deutschland zum Beispiel Leipzig). Ein Marketing von insgesamt 1,4 Milliarden Euro (2011).

Red Bull erzählt Erfolgsgeschichten, denen die Medien und die Nutzer von Social-Media-Plattformen gerne folgen. Die Medien berichten mehr über Red Bull als Red Bull Werbung schaltet. Red Bull ist in den Inhalten, nicht (nur) in einrahmenden Anzeigen und Spots präsent. Und Red Bull ist dort, wo heute alle sind (zumindest alle, die potenziell Red Bull trinken): auf Facebook, Twitter, etc. Baumgartners Sprung gehört zu den meist getwitterten Ereignissen überhaupt.

Red Bull dreht auch die Forderung des Content Marketings, dass Unternehmen wie ein Verlag zu agieren haben, ins Extreme: Mit dem Red Bull Mediahouse unterhalten die Österreicher Brausefabrikanten ein multimediales Content-Unternehmen mit eigenen Zeitschriften, TV-Sendern und Musik-Labels. Was dort produziert wird, hat oft gar nichts mehr mit der Marke Red Bull zu tun. So werden gemeinsam mit der BBC Dokumentarfilme gedreht und in Österreich mit großem Erfolg ein Printmagazin im Landliebe-Stil herausgegeben.

Experten gehen davon aus, dass das Medienhaus nicht nur den Getränkeverkauf unterstützen, sondern Red Bull auch dann noch Flügel verleihen soll, wenn dem Markt in absehbarer Zeit der Durst auf immer noch mehr Dosen mit der Kaffee-Gummibärchen-Kreuzung ausgeht.

 

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