Die Startbibliothek: Literatur über Content Marketing, Inbound Marketing und B2B-Marketing

Wer sich über Content Marketing informieren möchte, ist bislang auf US-amerikanische Literatur angewiesen. Hier ein Überblick zu den aktuellen Büchern:

Einführungen:

Anne Handly und C.C. Chapman: Content Rules – How to Create Killer Blogs, Podcasts, Videos, Ebooks, and Webinars (and More) that Engage Customers and Ignite your Business

Das kompletteste (und einflussreichste) Buch über Content Marketing. Erklärt das Prinzip, erläutert praktisch, wie man verschiedene Inhaltsformen produziert und schildert eine Reihe von Case Studies erfolgreicher Content Marketings.
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Susan Gunelius: Content Marketing for Dummies.
Sehr komplette und konkrete Einführung für Anfänger mit insgesamt wenig Erfahrungen in Sachen Blogs, Social Media etc. Vor allem nützlich durch viele Links zu praktischen Werkzeugen. Wer sich schon eine Weile mit Marketing im Web beschäftigt hat und weiß, wie es grundsätzlich läuft, für den ist höchstens ein Viertel des Buches neu. Aber es bringt Begrifflichkeiten und Struktur in vorhandenes Wissen.
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Content-Marketing-Start:

Rebecca Liebe: Content Marketing: Think Like a Publisher – How to Use Content to Market Online and in Social Media.
Der beste Praxis-Ratgeber für den Content-Marketing-Start (Ausnahme B2B-Content-Marketer, siehe unten). Fängt nicht bei Adam und Eva an, geht strukturiert alle Content-Marketing-Strategie- und Umsetzungs-Schritte durch, stellt die wichtigen Werkzeuge und Plattformen vor und bietet eine Menge nützlicher Links.
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Robert Rose und Joe Pulizzi: Managing Content Marketing – The Real-World Guide for Creating Passionate Subscribers to Your Brand.
Eher etwas für die Strategen, die Vorstände und Geschäftsführer vom Content Marketing überzeugen müssen. Geht das Content Marketing aus Management-Perspektive an (Business Cases, Innovationsmanagement, Kennzahlen), widmet sich aber auch Kommunikationskonzepten wie Storytelling und hilft mit Umsetzungsschritten, eigene Content-Marketing-Initiativen zu starten. Eine Reihe hilfreicher Templates und Vorlagen für Content-Grids, Channel- und Redaktionspläne sowie Kennzahlensysteme.
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Spezialtitel:

Ardath Albee: eMarketing Strategies for the Complex Sale – Differentiate Yourself with Attraction Marketing, Create Contagious Content, Drive Qualified Leads to Sales.
Es geht ausführlich um Content Marketing im B2B-Geschäft mit Investitionsgütern. Deckt alle Aspekte des Content Marketings praxisorientiert ab. Für B2B-Marketer die erste Wahl für den Content-Marketing-Einstieg.
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Brian Halligan und Dharmesh Shah: Inbound Marketing – Get Found Using Google, Social Media, and Blog.

Für diejenigen, die Content Marketing in den Dienst der Lead-Generation stellen (kann man, muss man nicht). Geht die Kette von der Gewinnung des ersten Kontakts bis zu dessen Umwandlung in einen Kunden durch. Zeigt, mit welchen Inhalten und Werkzeugen Leads gewonnen und wie sie durch den Sales-Funnel gelenkt werden können. Schließt mit einem Abschnitt über Metriken, mit denen sich die Erfolge messen lassen.
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Sprache, Handeln und Denken: Warum Deutsch sprechende Griechen weniger Schulden hätten, wie die Welt in anderen Sprachen aussieht und was dies für das Content Marketing heißt.

Nach der Studie „The Effect of Language on Economic Behavior: Evidences from Savings Rates, Healt Behavior and Retirements“ des Yale-Ökonomen Keith Chen ist das Schuldendesaster der Griechen unter anderem durch ihre Sprache verursacht. Nach seiner These neigen Sprecher von Sprachen, die grammatikalisch klar zwischen Gegenwart und Zukunft unterscheiden, dazu, sich über ihre Zukunft eher weniger Sorgen zu machen. Beim Leben in der Gegenwart kümmerten sie sich deshalb weniger um künftige Dinge wie Schuldenstand, Vermögen oder Gesundheit. Zu diesen Sprachen gehört das Griechische ebenso wie das Englische.

Sprecher von Sprachen, die weniger klar zwischen Gegenwart und Zukunft unterscheiden, wie etwa das Deutsche, haben ihre Zukunft wesentlich mehr im Blick – weil sie sie beim Sprechen immer mitdenken. Sie sparen mehr, machen weniger Schulden und verhalten sich gesünder.

Mit diesen Ergebnissen liegt Keith Chen auf der gleichen Linie wie der Sprachwissenschaftler Guy Deutscher, der in seinem absolut lesenswerten Buch „Im Spiegel der Sprache – Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht“. Dort zeigt er in einem Parforceritt durch die Sprachgeschichte, wie sich langsam herauskristallisiert hat, dass die Sprache auf das Denken einen größeren als nur einen kulturellen Einfluss hat. Sie beeinflusst etwa die Farbwahrnehmung oder das Denken über männlich oder weiblich markierte Gegenstände.

Was sagt uns das für das (Content) Marketing? Marketing hat unter anderem die Aufgabe, Produkte, Services und Unternehmen so zu beschreiben, dass Kunden sie wahrnehmen und verstehen, wie sie latente oder offene Bedürfnisse befriedigen. In welcher Sprache das getan wird, hat offensichtlich einen größeren Einfluss auf die Wahrnehmung und vor allem das Handeln der potenziellen Kunden als bislang gedacht. Schreibt man etwa von den Funktionen eines Produktes aktivistisch „Die Software optimiert Ihre Betriebsprozesse“, wirkt dies anders als die übliche, lasche Modal-Konstruktion „Mit der Software können Sie Ihre Betriebsprozesse optimieren.“ Im ersten Fall wird die Optimierung als eine Fähigkeit der Software wahrgenommen, im zweiten als Möglichkeit, die mithilfe der Software für den Nutzer umsetzbar wird. Welche Aussage wirkt stärker (anziehend)?

Ich baue mir ein Geschäftsmodell – Über “Business Model Generation, das Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer”

Ein in jeder Hinsicht „schönes“ Buch: Business Model Generation von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur. Die beiden Autoren schildern illustrativ – und das ist wörtlich gemeint –, wie sich Geschäftsmodelle mit diesen acht Grundelementen designen lassen:
- Kundensegmente (Customer Segments, CS)
- Wertangebot (Value Proposition, VP)
- Kanäle (Channels, CH)
- Kundenbeziehungen (Customer Relationships)
- Einnahmequellen (Revenue Streams, R$)
- Schlüsselressourcen (Key Resources, KR)
- Schlüsselaktivitäten (Key Activities, KA)
- Schlüsselpartnerschaften (Key Partnerships, KP)
- Kostenstruktur (Cost Structure, C$).

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Nachrichten kapern – „News Jacking“, das neue Buch von David Meermann Scott

David Meermann Scott, seit seinem Buch „The New Rules of Marketing & PR“ einer der weitgehörtesten Web-Marketing-Gurus, hat mit „News Jacking“ letzte Woche einen neuen Ratgeber veröffentlicht: Diesmal erläutert er, wie Unternehmen sich an aktuelle Nachrichten anhängen und deren zweiten Absatz kapern können.
Sein News-Jacking-Szenario: Nach einen nachrichtenwürdigen Ereignis suchen Redakteure fieberhaft im Web nach Hintergrundinformationen. Veröffentlichen Unternehmen in diesem Augenblick Informationen über Websites, Blogs, Social-Media-Seiten etc, die etwas zum Nachrichten-Wert beitragen, haben sie gute Chancen, dass der Redakteur diese Informationen findet und das Unternehmen mit seiner Botschaft in der Veröffentlichung erwähnt wird.

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